Croce, Elena - Meine zwei StädteElena Croce
Meine zwei Städte
Erinnerungen an Benedetto Croce.
Aus dem Italienischen von Lieselotte Kittenberger.
Mit einem Nachwort von Nicolaus Sombart.
136 Seiten, engl. Broschur, Fadenheftung, 17,00 Euro.
ISBN 978 3 93110903 5

Dieses Büchlein ist eine gleichermaßen private wie „politische“, subtile Hommage an den doctor universalis des modernen Italien: an Benedetto Croce – Inbegriff eines ebenso neapolitanischen wie europäischen Liberalismus, einer kulturellen Haltung, an die auch der Fascismus nicht rühren konnte; wenn er sie auch obsolet gemacht zu haben scheint: indem er ihre geistigen und sozialen Orte zerstörte. So wird auch die Schilderung Neapels und Roms seit den zwanziger Jahren zur Topographie des Unzeitgemäßen …

In seinem Nachwort zu diesem Buch schreibt Nicolaus Sombart:

Zu den Sehenswürdigkeiten, deren Liste ich in meinem Kopf trug, gehörte Benedetto Croce, ein Monument, eine Legende, ein Gerücht. Also fuhr ich nach Neapel, um Benedetto Croce zu besichtigen.
Der Name gehörte seit meiner Schulzeit zur Nomenklatur des kulturellen Europa, dem ich mich um so mehr zugehörig und verpflichtet fühlte, als ich genau wußte, daß es mit dem politischen Europa dieser Zeit nicht deckungsgleich war … Die letzten Repräsentanten des alten Europa, die hier und da wie durch ein Wunder in den Trümmern überlebt haben mochten, in ihren Schlupfwinkeln aufzuspüren, um an ihre Tradition anzuknüpfen, empfand ich, ohne es anders als durch meine Wißbegierde begründen zu können, als meine Aufgabe. Der Weg in die Zukunft mußte mit einer Pilgerfahrt in die Vergangenheit beginnen.

Elena Croce, geboren am 3. Februar 1915 in Neapel, gestorben am 20. November 1994 in Rom. Die intellektuelle Tochter ihres „philosophischen Vaters Benedetto Croce“, spielte eine bedeutende Rolle in der bürgerlichen antifaschistischen Literatur- und Kulturszene im Nachkriegs-Italien: als Übersetzerin aus dem Englischen wie aus dem Deutschen (u. a. von Jean Pauls Siebenkäs), als Kritikerin und als Herausgeberin wichtiger Literaturzeitschriften (Lo spettatore italiano).